Körpertypen bei Frauen (inklusive Rechner zur Bestimmung)

Der eigene Körper begleitet einen ein Leben lang. Trotzdem bleibt er für viele ein Rätsel. Warum sitzt die Jeans an den Oberschenkeln eng, während die Taille locker ist? Weshalb sammelt sich Gewicht bevorzugt am Bauch oder an den Hüften? Und warum funktionieren manche Ernährungstipps bei Freundinnen scheinbar mühelos, während sie bei einem selbst kaum Wirkung zeigen? Ein Schlüssel zum besseren Verständnis liegt in den sogenannten Körpertypen. Sie helfen dabei, Proportionen einzuordnen, den Blick für den eigenen Körper zu schärfen und Entscheidungen bewusster zu treffen – ohne ihn ständig verändern zu wollen.

Bin ich ein A-, H-, O-, V- oder X-Typ? Der Online-Rechner

Um deinen Körpertyp möglichst objektiv und möglichst einfach ohne aufwändige eigene Berechnung zu bestimmen, hilft dir unser Online-Rechner. Er ist hier direkt eingebunden und führt dich Schritt für Schritt durch die nötigen Messungen. Mit ein paar Zahlen zu Schultern, Taille und Hüfte bekommst du eine klare Einordnung, die als Ausgangspunkt für alles Weitere dient.

Figurtyp-Rechner

Trage deine Körpermaße in Zentimetern ein. Der Rechner ordnet sie anhand verbreiteter Figurtyp-Kriterien den Typen A, H, O, V oder X zu.

Tipps zur richtigen Messung

Damit der Rechner ein möglichst stimmiges Ergebnis liefert, kommt es auf saubere Messungen an. Ungenaue Werte führen schnell zu falschen Zuordnungen. Nimm dir ein flexibles Maßband, stelle dich aufrecht hin und miss am besten in Unterwäsche oder eng anliegender Kleidung. Das Maßband sollte überall locker anliegen, ohne einzuschneiden oder durchzuhängen.

  • Schulterumfang: Miss an der breitesten Stelle des Oberkörpers über die Schultern hinweg. Das Maßband läuft dabei einmal um den Körper, etwa dort, wo Ärmelansätze sitzen würden. Die Arme hängen locker seitlich.
  • Brustumfang: Lege das Maßband um die stärkste Stelle der Brust. Es verläuft waagerecht um den Körper, meist auf Höhe der Brustwarzen. Atme normal weiter und halte nicht die Luft an.
  • Taillenumfang: Gemessen wird an der schmalsten Stelle des Rumpfes, meist etwas oberhalb des Bauchnabels. Falls keine klare Taille sichtbar ist, orientiere dich an der Stelle, an der sich der Oberkörper beim seitlichen Beugen natürlich faltet.
  • Hüftumfang: Miss an der breitesten Stelle von Hüfte und Gesäß. Das ist häufig tiefer, als viele vermuten. Achte darauf, dass das Maßband hinten über den stärksten Punkt des Pos läuft.

Wiederhole jede Messung im Zweifel ein zweites Mal. Kleine Abweichungen sind normal, doch je genauer du misst, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis des Rechners.

Rechenweg: Berechnung der Körpertypen

Die Berechnung basiert auf dem Verhältnis deiner Körperumfänge zueinander. Gemessen werden Schultern, Taille und Hüfte. Entscheidend ist nicht die absolute Zahl, sondern der Vergleich dieser Maße. Sind Hüfte und Schultern ähnlich breit? Ist die Taille deutlich schmaler oder kaum ausgeprägt? Aus diesen Relationen ergibt sich, ob dein Körper eher unten, oben oder gleichmäßig verteilt Volumen hat. Die Rechnung folgt einem festen Schema, bei dem Differenzen und Verhältnisse ausgewertet werden. Das Ergebnis ordnet dich einem der fünf klassischen Figurtypen zu.

Dafür werden folgende Verhältnisse gebildet und mit Grenzwerten verglichen:

A-Typ (Birne)
Hüfte im Verhältnis zum Oberkörper deutlich größer.
Berechnung: Hüftumfang ÷ max(Schulterumfang, Brustumfang) ≥ 1,05

V-Typ (Apfel)
Schultern im Verhältnis zur Hüfte deutlich größer.
Berechnung: Schulterumfang ÷ Hüftumfang ≥ 1,05

H-Typ (Banane)
Schulter, Brust und Hüfte sind ähnlich groß; Taille nur wenig schmaler.
Berechnung: (Taillenumfang ÷ Schulterumfang) ≥ 0,75 UND Schulter/Brust/Hüfte liegen jeweils innerhalb von ca. 5% zueinander

X-Typ (Sanduhr)
Schultern und Hüfte sind ähnlich breit; Taille deutlich schmaler.
Berechnung: (Hüftumfang ÷ (Schulterumfang + Brustumfang)) ≤ 0,75 UND (Taillenumfang ÷ Hüftumfang) ≤ 0,75 UND Schulterumfang und Hüftumfang liegen innerhalb von ca. 5% zueinander

O-Typ (Orange)
Die Körpermitte hat den größten Umfang.
Kriterium: Taillenumfang ist größer oder gleich Schulter-, Brust- und Hüftumfang

Die Figurtypen bei Frauen

Die Einteilung in Figurtypen ist keine Schublade, sondern eine Beschreibung von Proportionen. Kaum jemand passt zu hundert Prozent in eine Kategorie. Mischformen sind eher die Regel als die Ausnahme. Trotzdem sind die Typen hilfreich, um typische Merkmale zu erkennen und besser zu verstehen, warum Kleidung, Bewegung oder Gewichtsveränderungen unterschiedlich wirken.

Der A-Typ

A-TypBeim A-Typ liegt der Schwerpunkt des Körpers im unteren Bereich. Hüften und Oberschenkel sind breiter als Schultern und Oberkörper. Die Taille ist oft gut erkennbar, während der Oberkörper eher schmal wirkt. Viele Frauen mit diesem Typ empfinden ihre Beine als kräftig, während der Oberkörper vergleichsweise zierlich ist. Fettgewebe wird bevorzugt an Hüfte und Po gespeichert, was hormonell begünstigt ist und evolutionsbiologisch durchaus Sinn ergibt.

Der H-Typ

H-TypDer H-Typ zeichnet sich durch relativ gerade Linien aus. Schultern, Taille und Hüfte liegen nah beieinander, ohne starke Unterschiede. Die Taille ist wenig ausgeprägt, der Körper wirkt insgesamt ausgewogen, aber eher geradlinig. Gewichtszunahme verteilt sich häufig gleichmäßig. Viele Frauen mit diesem Typ wünschen sich mehr Kurven, obwohl sie objektiv sehr proportioniert gebaut sind.

Der O-Typ

O-TypBeim O-Typ sammelt sich Volumen vor allem im Bauchbereich. Schultern und Hüfte sind oft schmaler, während die Körpermitte rundlicher erscheint. Die Taille ist kaum definiert oder geht nahezu fließend in den Bauch über. Arme und Beine können im Vergleich schlank sein. Dieser Typ reagiert besonders sensibel auf Stress, Schlafmangel und stark schwankende Ernährung.

Der V-Typ

V-TypDer V-Typ ist das Gegenstück zum A-Typ. Die Schultern sind breiter als die Hüfte, der Oberkörper wirkt kräftig, während Beine und Po eher schmal bleiben. Häufig ist dieser Typ bei sportlichen Frauen zu finden, da Muskulatur im Schulterbereich schneller sichtbar wird. Gewichtszunahme zeigt sich zuerst am Oberkörper, insbesondere an Rücken und Brust.

Der X-Typ

X-TypDer X-Typ gilt als klassischer Sanduhrtyp. Schultern und Hüfte sind ähnlich breit, die Taille deutlich schmaler. Die Proportionen wirken ausgewogen und kurvig zugleich. Gewicht wird meist gleichmäßig verteilt, wobei die Taille oft auch bei kleinen Schwankungen erhalten bleibt. Dieser Typ wird häufig als Ideal dargestellt, was jedoch mehr mit gesellschaftlichen Bildern als mit funktionalen Vorteilen zu tun hat.

Die beste Kleidung für die verschiedenen Figurtypen

Kleidung kann Proportionen betonen, ausgleichen oder bewusst in den Hintergrund rücken. Ziel ist nicht, einen anderen Körper vorzutäuschen, sondern den eigenen stimmig wirken zu lassen. Kleine Veränderungen im Schnitt oder Material können einen großen Unterschied machen.

A-Typ: Balance zwischen Ober- und Unterkörper

Vorteilhaft sind helle Farben, Muster oder Struktur am Oberkörper, die Aufmerksamkeit nach oben lenken. Weite Röcke, fließende Stoffe und gerade geschnittene Hosen umspielen Hüfte und Oberschenkel. Ungünstig sind sehr enge Hosen oder auffällige Details genau auf Hüfthöhe.

H-Typ: Formen sanft betonen

Kleider mit Taillennaht, Gürtel oder Wickeloptik schaffen optisch mehr Kurven. Lagenlooks und unterschiedliche Stoffe bringen Bewegung in die Silhouette. Sehr kastige Schnitte oder durchgehend gerade Linien können den Körper schnell streng wirken lassen.

O-Typ: Fokus weg von der Körpermitte

Fließende Stoffe, V-Ausschnitte und längere Oberteile strecken die Silhouette. Kleider mit Empire-Schnitt oder A-Linie sind oft angenehm zu tragen. Eng anliegende Tops oder sehr feste Stoffe im Bauchbereich betonen genau die Zone, die viele lieber ruhiger halten möchten.

V-Typ: Unterkörper in Szene setzen

Weite Hosen, Röcke mit Volumen oder helle Farben am Unterkörper sorgen für Ausgleich. Schlichte Oberteile und weich fallende Stoffe im Schulterbereich wirken harmonisch. Schulterpolster, auffällige Träger oder große Kragen verstärken die obere Breite zusätzlich.

X-Typ: Proportionen erhalten

Taillierte Schnitte, Kleider und High-Waist-Hosen unterstreichen die natürliche Form. Zu sackartige Kleidung kann die Silhouette schnell verlieren lassen. Sehr tiefe Schnitte oder extrem enge Teile sind nicht per se schlecht, wirken aber oft weniger ausgewogen.

Körperbautypen bei Frauen: Endomorph, ektomorph oder mesomorph?

Neben den sichtbaren Figurtypen gibt es eine weitere Ebene: den Körperbautyp. Er beschreibt, wie dein Körper auf Nahrung, Bewegung und Belastung reagiert. Auch hier sind Mischformen häufig, doch die Grundtendenzen sind erkennbar.

Endomorph

Der endomorphe Körper speichert Energie effizient. Gewicht wird schneller aufgebaut, aber langsamer wieder abgegeben. Frauen mit diesem Typ profitieren von regelmäßigen Mahlzeiten, stabilen Blutzuckerwerten und einer Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Extreme Diäten führen oft nur kurzfristig zum Erfolg.

Ektomorph

Ektomorphe Frauen sind von Natur aus schlank, mit schmalen Knochen und wenig Fett- oder Muskelmasse. Gewicht zuzulegen fällt oft schwer. Um das Gewicht zu halten, sind ausreichend Kalorien, nährstoffreiche Lebensmittel und moderates Krafttraining sinnvoll. Zu wenig Essen kann schnell zu Erschöpfung führen.

Mesomorph

Der mesomorphe Typ reagiert flexibel. Muskelaufbau fällt leichter, ebenso das Halten eines stabilen Gewichts. Eine ausgewogene Ernährung und abwechslungsreiche Bewegung reichen meist aus, um sich wohlzufühlen. Zu einseitige Routinen können jedoch auch hier zu Stagnation führen.

FAQ zum Thema Körpertypen bei Frauen

Kann sich mein Körpertyp im Laufe des Lebens ändern?
Die grundlegenden Proportionen bleiben meist ähnlich, können sich aber durch Hormone, Alter, Schwangerschaft oder Lebensstil sichtbar verschieben.
Gibt es einen „besten“ Körpertyp?
Nein. Jeder Typ hat eigene Stärken und Herausforderungen. Gesundheit und Wohlbefinden hängen nicht vom Figurtyp ab.
Warum passe ich nicht eindeutig in einen Typ?
Viele Frauen sind Mischtypen. Die Einteilung dient der Orientierung, nicht der exakten Zuordnung.
Hilft das Wissen über den Körpertyp beim Abnehmen?
Es kann helfen, realistischere Erwartungen zu entwickeln und Strategien besser anzupassen.
Sollte ich meine Ernährung komplett nach meinem Typ ausrichten?
Der Körpertyp ist ein Baustein. Wichtiger sind langfristige Gewohnheiten, Alltagstauglichkeit und individuelle Bedürfnisse.