Waschmaschine stinkt trotz Reinigung: Ursachen und Abhilfe

Es ist ein frustrierendes Erlebnis, wenn die frisch gewaschene Wäsche aus der Maschine kommt und trotzdem ein muffiger Geruch in der Luft liegt. Viele Nutzerinnen und Nutzer kennen das Problem: Trotz eigenem Reinigungsprogramm verbreitet das Gerät unangenehme Düfte. Dieser Beitrag beleuchtet, warum das so ist, und zeigt Ihnen, wie Sie dauerhaft für eine angenehm riechende Waschmaschine sorgen.

Warum Reinigungsprogramme oft nicht ausreichen

Moderne Waschmaschinen bieten meist ein spezielles Reinigungsprogramm an. Dieses soll Bakterien abtöten und Rückstände beseitigen. Leider reicht dieser automatische Durchlauf nicht immer aus.

Die Programme sind oft kurz und arbeiten mit geringen Wassermengen. Häufig bleiben hartnäckige Ablagerungen in Schläuchen, an Gummidichtungen oder im Einspülkasten zurück. Zudem verhindert die energiesparende Bauweise vieler Geräte, dass alle Bereiche ausreichend mit heißem Wasser gespült werden. Daher kann es sinnvoll sein, von Zeit zu Zeit selbst Hand anzulegen und eine umfassende Tiefenreinigung durchzuführen.

8 Ursachen, warum eine Waschmaschine trotz Reinigung stinkt

Bevor Sie zur Reinigung greifen, lohnt es sich, die möglichen Quellen für schlechte Gerüche genauer zu betrachten. In der folgenden Übersicht erfahren Sie, welche Ursachen hinter dem unangenehmen Duft stecken können und warum die Maschine allein durch ein Programm nicht frisch bleibt.

1. Biofilm tief in Schläuchen, Pumpe oder Bottich

Im Innenleben der Maschine setzen sich bei jedem Waschgang Fasern, Schmutzpartikel und Waschmittelreste ab. Diese Bestandteile bilden zusammen mit Feuchtigkeit einen zähen Biofilm, der sich gern in schwer zugänglichen Bereichen wie dem Ablaufschlauch, der Pumpe oder an der Trommelwand anlagert. Dieser Belag bietet einen idealen Nährboden für Bakterien, die den typischen modrigen Geruch verursachen.

2. Flusensieb oder Pumpe sind verschmutzt

Das Flusensieb fängt während des Waschens herausgelöste Textilfasern, Knöpfe und kleine Fremdkörper auf. Wird es selten geleert, sammelt sich dort ein feuchter Mix aus Fusseln und Schmutz, der anfängt zu gammeln. Gleiches gilt für die Ablaufpumpe: Eine verschmutzte Pumpe transportiert das Abwasser nicht mehr vollständig ab, sodass Restwasser zurückbleibt und zu riechen beginnt.

3. Waschmittel- und Weichspülerreste haben Ablagerungen gebildet

Flüssigwaschmittel und Weichspüler enthalten pflegende Substanzen, die Wäsche und Maschine schonen sollen. Bei häufiger Nutzung bilden diese Produkte jedoch klebrige Ablagerungen, etwa in der Einspülkammer und an Schläuchen. Diese Schichten sind für Bakterien besonders attraktiv und tragen erheblich zur Geruchsbildung bei.

4. Zu viel oder falsches Waschmittel

Eine Überdosierung führt dazu, dass das Waschmittel nicht vollständig ausgespült wird. Rückstände bleiben in der Trommel und an der Kleidung zurück und verwandeln sich mit der Zeit in einen Nährboden für Mikroorganismen. Auch die Wahl des Mittels spielt eine Rolle: Viele Flüssigwaschmittel enthalten keine Bleichmittel. Ohne diese Zusätze werden Fette und Eiweißreste nicht vollständig zersetzt, was den Geruch verstärkt.

5. Immer nur bei 30 °C oder 40 °C gewaschen

Niedrige Temperaturen sparen Energie, sie entfernen jedoch Schmutz nur oberflächlich. Keime und Fette überleben den kurzen Waschgang und lagern sich weiterhin ab. Wenn Sie über längere Zeit ausschließlich bei 30 °C oder 40 °C waschen, begünstigen Sie die Entstehung von Biofilmen und damit unangenehme Düfte.

6. Waschmittelfach und Trommel bleiben nach dem Waschen geschlossen

Bleiben Tür und Einspülkasten nach dem Programm geschlossen, herrscht im Inneren ein feuchtwarmes Klima. Diese Bedingungen fördern Schimmelbildung und bakterielles Wachstum. Selbst bei einer sauberen Trommel reicht die Restfeuchte aus, um in wenigen Stunden muffige Gerüche entstehen zu lassen.

7. Abfluss oder Siphon stinkt zurück

Manchmal liegt die Ursache außerhalb der Maschine. Bei verstopften oder schlecht belüfteten Abflussrohren kann es zu einem Rückstau kommen. Der Geruch aus dem Siphon steigt dann über den Schlauch in die Waschmaschine auf und verteilt sich in der Trommel.

8. Alte Dichtungen oder versteckter Schimmel hinter der Manschette

Mit der Zeit wird das Gummi an der Türöffnung spröde und rissig. In den Falten der Manschette sammelt sich Feuchtigkeit, die einen idealen Platz für Schimmelsporen bietet. Diese Schimmelstellen sind von außen oft nicht sichtbar, doch ihr Geruch breitet sich beim nächsten Waschgang aus.

Was hilft? Anleitung zur Tiefenreinigung der Waschmaschine

Wenn Sie die Ursache erkannt haben, können Sie gezielt gegen unangenehme Düfte vorgehen. Eine gründliche Tiefenreinigung beseitigt die meisten Probleme dauerhaft. Im Folgenden lesen Sie Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen.

Schritt 1. Einspülkasten reinigen

Ziehen Sie die Waschmittelschublade vollständig heraus. Entfernen Sie alle Aufsätze und spülen Sie die Teile unter warmem Wasser ab. Mit einer alten Zahnbürste erreichen Sie auch Ritzen und Ecken. Trocknen Sie den Kasten anschließend sorgfältig, bevor er wieder eingesetzt wird.

Schritt 2. Gummimanschette reinigen

Öffnen Sie die Tür und klappen Sie die Gummidichtung sanft nach vorne. Wischen Sie die Innenfalten mit einem feuchten Tuch ab und verwenden Sie bei Bedarf eine milde Seifenlösung oder etwas Natron. Achten Sie darauf, alle Rückstände zu entfernen, und lassen Sie die Tür anschließend geöffnet, damit die Dichtung trocknen kann.

Schritt 3. Flusensieb und Pumpe reinigen

Stellen Sie eine flache Schale unter das Flusensieb, um austretendes Wasser aufzufangen. Drehen Sie den Deckel langsam auf und lassen Sie das Restwasser heraus. Entfernen Sie Fusseln und Fremdkörper. Kontrollieren Sie auch den Pumpenflügel auf Ablagerungen. Danach setzen Sie das Sieb wieder ein und schließen es sorgfältig.

Schritt 4. Biofilme und Waschmittelreste lösen durch 90 °C‑Waschgang mit Aktivsauerstoff

Starten Sie einen Leerlauf bei 90 °C, idealerweise mit einem Vollwaschmittel in Pulverform, das Bleichmittel enthält. Diese hochtemperierte Wäsche löst Fette, entfernt Biofilm und tötet Keime ab. Aktivsauerstoff aus dem Vollwaschmittel oder speziellen Maschinenreinigern hilft dabei, tiefsitzende Rückstände zu entfernen.

Schritt 5. Bei Bedarf, Kalk lösen mit Waschmaschinen‑Entkalker

Kalkablagerungen können Gerüche begünstigen und die Maschine belasten. Verwenden Sie in Regionen mit hartem Wasser regelmäßig einen geeigneten Entkalker. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers und greifen Sie zu Produkten auf Basis von Zitronensäure, da diese die Dichtungen schonen.

Schritt 6. Maschine trocknen lassen

Nach jeder Reinigung sollte die Waschmaschine gründlich trocknen. Lassen Sie die Tür, das Waschmittelfach und gegebenenfalls die Serviceklappe für das Flusensieb geöffnet, bis keine Feuchtigkeit mehr zu spüren ist. So verhindern Sie neues Bakterienwachstum.

Was tun, wenn die Waschmaschine nach der Tiefenreinigung immer noch stinkt?

Hält der unangenehme Geruch trotz sorgfältiger Reinigung an, kann ein tieferliegendes Problem vorliegen. Überprüfen Sie zunächst den Ablaufschlauch und das Abflussrohr auf Verstopfungen. Manchmal ist der Geruchsverschluss im Siphon defekt und muss erneuert werden.

Auch eine defekte Ablaufpumpe kann dafür sorgen, dass Restwasser im Gerät verbleibt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, den Kundendienst oder eine Fachwerkstatt zu konsultieren. Sie können prüfen, ob ein technischer Defekt vorliegt und gegebenenfalls Komponenten austauschen.

Neuen Gerüchen vorbeugen

Ist der unangenehme Geruch erst verschwunden, lohnt sich ein wenig Pflege, damit er nicht zurückkehrt. Nutzen Sie Waschmittel sparsam und passen Sie die Menge der Wasserhärte an. Waschen Sie mindestens einmal im Monat bei 60 °C oder höher und verwenden Sie ein pulverförmiges Vollwaschmittel. Lassen Sie die Tür und den Einspülkasten nach jeder Wäsche geöffnet und entnehmen Sie die fertige Wäsche zeitnah. Reinigen Sie das Flusensieb und die Gummidichtung regelmäßig und entfernen Sie sichtbare Verschmutzungen sofort. So bleibt Ihre Maschine lange sauber und duftneutral.

FAQ zum Thema stinkende Waschmaschine

Wie oft sollte ich meine Waschmaschine gründlich reinigen?
Eine umfassende Reinigung ist etwa alle ein bis drei Monate sinnvoll. Das Flusensieb, die Gummidichtung und das Waschmittelfach können Sie bei Bedarf häufiger säubern.
Warum riecht die Wäsche, obwohl die Maschine sauber ist?
Wenn die Wäsche nach dem Waschen muffig riecht, können Waschmittelreste, eine zu niedrige Waschtemperatur oder ein voller Wäschekorb die Ursache sein. Achten Sie auf die richtige Dosierung und wählen Sie hin und wieder ein heißes Programm.
Ist Essig zur Reinigung der Waschmaschine geeignet?
Essig löst Kalk, kann aber Dichtungen und Metallteile angreifen. Verwenden Sie ihn sparsam und greifen Sie bei hartnäckigen Ablagerungen besser zu speziellen Entkalkern auf Basis von Zitronensäure.
Was tun, wenn die Maschine trotz Reinigung weiterhin stinkt?
Kontrollieren Sie den Ablaufschlauch und den Siphon, ob sich dort Ablagerungen befinden. Bleibt der Geruch bestehen, kann eine defekte Pumpe oder undichte Schlauchverbindung der Grund sein. Lassen Sie das Gerät bei Bedarf von einem Fachbetrieb prüfen.
Kann falsches Waschmittel zu Gerüchen führen?
Ja. Flüssigwaschmittel ohne Bleichmittel und eine Überdosierung begünstigen Biofilmbildung. Ein Wechsel zu einem pulverförmigen Vollwaschmittel und die richtige Dosierung können Gerüche vermindern.